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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 2.486 mal aufgerufen
 Lampe, LiMa & Co
28veteran Offline

Mitglied

Beiträge: 18

24.06.2012 10:50
Karbidlampenglas mit grünen Streifen Zitat · Antworten

Hallo Foristen,
ich habe ein Glas für eine Karbidleuchte, das auf der Oberseite zwei grüne Streifen hat. Diese sind nicht aufgeklebt, sondern auch aus Glas und auf die Oberfläche aufgeschmolzen.
Weiß irgendjemand, was das für eine Bedeutung hat? Gab es in irgendwelchen Ländern entsprechende Vorschriften oder war das reiner Zierat?
Ich würde micht freuen, wenn jemand dazu etwas weiß.
Gruß, 28veteran

FrankWo Offline

Automobil-Kenner


Beiträge: 2.074

24.06.2012 12:08
#2 RE: Karbidlampenglas mit grünen Streifen Zitat · Antworten

Hallo, 28veteran,

meine Literatur gibt keine klare Antwort. Auch müßte man wissen, ob es sich bei Deiner Streuscheibe um ein Teil eines Such- oder Fahrlicht-Scheinwerfers handelt. Über den Durchmesser sowie etweige Einprägungen ließen sich zudem Alter und Herkunft bestimmen.
Bei Suchscheinwerfern wurde die Streuscheibe in verschiedene Sektoren unterteilt, um je nach Stellung den Lichtstrahl in die gewünschte Richtung bündeln zu können.
Zum Frontscheinwerfer-Einsatz:
Mit dem mittlerweile vorletzten Jahrhundertwechsel experimentierte man mit allem, was höhere Leucht-Weite und -Stärke versprach. Dies ging, damals, wie heute, zu Lasten der Blendwirkung. Richtlinien, diese zu vermeiden, gab es bisher nicht. Über die Polizeipräsidenten wurde für die jeweiligen Zuständigkeitsgebiete eigene Verordnungen erlassen. Inwieweit auch der Weg zur Umsetzung der Vorschriften vorgeschrieben war, kann ich spontan nicht ermitteln. Mag sein, das hier eine Variante zur vorgeschriebenen Blendverringerung vorliegt.
Ab 1921 ersetzte eine Neuordnung der Verkehrsvorschriften, erlassen vom Reichsverkehrsministerium, nun reichsweit verbindlich, jene, bisher ledeglich für die eigenen Verwaltungsbezirke geltenden Verordnungen. So kam es dann auch zur Vereinheitlichung der Beleuchtungsanlagen, orientiert an nordamerikanischem Vorbild.
Bei allen überlebenden Karbidscheinwerfern ist anzumerken, das ihre Bestand-/Austausch-/Ersatz-Teile längst nicht mehr dem ehemaligen Original entsprechen (müssen). So kann es sich bei der Streuscheibe auch um eine jahr(zehnt)e-jüngere Anfertigung handeln, welche nach zeitnah neuen Erkenntnissen und Fertigungsmöglichkeiten geschaffen wurde - und sich nicht durchgesetzt hat, sonst wäre dies allgemeines Wissensgut zum Thema ...,

... mit Grüßen, Frank

hermes22 Offline

Mitglied

Beiträge: 90

25.06.2012 07:11
#3 RE: Karbidlampenglas mit grünen Streifen Zitat · Antworten

Hallo , ist es sicher das es sich um ein Karbidlampenglas handelt? Ich hätte das für einen künstlichen Horizont von einem Kompass gehalten.(Fliegerei)
Grüße hermes

28veteran Offline

Mitglied

Beiträge: 18

26.06.2012 12:08
#4 RE: Karbidlampenglas mit grünen Streifen Zitat · Antworten

Hallo FrankWo und Hermes 22,
danke für die Antworten!
Hier noch eine weitere Beschreibung und Fotos der Lampe (Hersteller: Géniés, Paris).
Es sind zwei vollkommen gleiche Begrenzungslampen (früher:Seitenlampen genannt)vorhanden. Die in der Mitte ca. 6 mm starken Gläser sind innen plan, und außen konvex.Beide sind in einem konischen Messingrahmen eingebördelt, der in die Lampe eingelötet wurde. Eines der Gläser hat die grünen Steifen, das andere Glas ist ohne Streifen. An beiden Lampen ist eine nachträgliche Änderung nicht zu erkennen. Unten an den Lampen ist ein ca 33 mm Feingewinde vorhanden. Hier kann ein Karbidbrenner oder ein Behälter mit Docht für Petroleumbetrieb eingeschraubt werden.
Gruß 28veteran

FrankWo Offline

Automobil-Kenner


Beiträge: 2.074

26.06.2012 23:53
#5 RE: Karbidlampenglas mit grünen Streifen Zitat · Antworten

Ich denke auch an Seitenpositionslampen. Die rechte ist auf der Fahrerseite am Windschutzscheibenhalter befestigt, zudem als Suchscheinwerfer nutzbar - daher die ergänzend angepaßte Streuscheibe.
Zwar war die kaiserreichsdeutsche (Messing-)Industrie in der Lage, auch den Automobil(-Zubehör)-Bedarf zu decken. Jener in den beiden Weltkriegen begründete Messingbedarf (Munitionsproduktion) sorgte für Engpässe in den jeweils ersten Jahren danach. So kamen <70% aller benötigten Ersatzteile und Gehäuse-Nachfertigungen aus dem Ausland, vorrangig aus Frankreich.
Optisch ist das Fotomodell im Original um 1905 > 1915 einzuordnen. Den Streuscheiben-Dm schätze ich auf 12 cm.

Mit ergänzenden Grüßen von FrankWo.

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